Barzdorf - Bozanov


Geschichte

Barzdorf besteht seit 1256 und wird in den ersten Urkunden nach dem Lokator als Villa Pertholdi bezeichnet. Der im Jahre 1784 gegründete Gemeindeteil Kaltwasser gehört zu Barzdorf.
Bereits um 1362 wird in Barzdorf eine eigene Pfarre erwähnt. 1621 wurde sie zur Filialkirche der Pfarrei Märzdorf. Die heutige Kirche "Zur heiligen Magdalena" wurde nach den Plänen Kilian Ignaz Dientzenhofers erbaut. Die Marienkapelle beim "Brünnl" wurde 1890 errichtet, es war ein beliebter Wallfahrtsort.
Die Schule gab es bereits seit 1623. Sie bekam 1790 ein neues hölzernes Gebäude. Das letzte Schulgebäude stammt aus dem Jahre 1875.
Neben der Kirche stand bis zum Jahre 1923 eines der ältesten und interessantesten Gebäude des Ländchens, die "Widmut" (Pfarrgut). Dieser alte Riegelbau, der aus dem 16. Jahrhundert stammte, war ebenerdig als Blockbau und mit Fachwerk im Obergeschoss errichtet.
Der landwirtschaftliche Verein Barzdorf errichtet in den zwanziger Jahren zur Erinnerung an die Bauernbefreiung ein Hans-Kudlich-Denkmal in der Ortsmitte.

Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hat Barzdorf 11 Todesopfer zu beklagen.

Lage

Die von Braunau nach Wünschelburg führende Bezirksstrasse durchquert Barzdorf.
Die mittlere Seehöhe des Ortes - ohne Gebirge - liegt bei 410 m.
Die Gemeinde hatte eine Fläche von 1921 ha.
Die Bodenverhältnisse sind lagebedingt unterschiedlich. Sandboden im Oberdorf und ein guter, zum Teil sehr fruchtbarer Lehmboden im Mittel- und Niederdorf sind dafür bezeichnend. Der steil zum Gebirge mit seiner höchsten Erhebung, der Ringelkoppe (772 m), ansteigende Stiftsforstbesitz wies einen sehr guten Waldbestand auf: seine Hölzer waren besonders gesucht.
Besonders gern besuchte Ausflugsorte sind das Weinhaus Kaltwasser und das Gasthaus "Eichkatzel" am Waldrand. Beliebtes Wanderziele war die Ringelkoppe, von der man einen prächtigen Ausblick auf das Braunauer Ländchen und nach Schlesien hatte.

Wirtschaft - Bevölkerung

Den Haupterwerbszweig bildete die Land- und Forstwirtschaft. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wanderten viele Barzdorfer nach Überssee, vornehmlich nach Chile aus, da ihnen die Heimat kaum Erwerb zu bieten vermochte.
Der Sandstein des Gebirges ist härter als der aus den Nachbargemeinden und deshalb als Baustein sehr geeignet. Beim Neubau des Braunauer Klosters wurde vornehmlich Sandstein in mächtigen Quadern aus dem Barzdorfer Revier verwendet. Zur Fertigung von Denkmälern und Mühlsteinen war der Fels brauchbar.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 1732 16 9 1757
1900 1411 10 19 1440
1913 1318 9 13 1340
1920 1221 37 24 1282
1930 1123 30 23 1176
1939       1006
1961       553



Mehr über Barzdorf können Sie in dem Dorfbuch "Barzdorf" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.



Historisches Pfarrgebäude - die Widmut




Ansicht um 1895

Zurück