Dittersbach - Jetrichov


Geschichte

Die Brevnover Handschrift von Cantic Canticorum erwähnt den Ort erstmals am 05.02.1255. Der Name dürfte vom Gründer Ditters oder Ditrich stammen. Kirchlich gehörte der Ort früher zu Wernersdorf, seit 1838 zu Ruppersdorf bis1848 der Herrschaft Braunau untertänig, dann selbständige Gemeinde.

Ab dem Jahr 1760 bestanden in Dittersbachsogenannte Winkelschulen, in denen Religion, Lesen und Schreiben gelehrt wurde. Die erste Schule wurde 1780 aus Holz die zweite 1853 aus Stein gebaut Das letzte Schulhaus stammt aus dem Jahr 1880.

Im Jahr 1875 fuhr der erste Zug von Braunau über Halbstadt nach Chotzen über Dittersbacher Grund. 1913 bekam der Ort elektrisches Licht und 1928 Anschluss an die Gruppen-Wasserleitung. Zu Dittersbach gehörten, die näher an Halbstadt liegenden Gemeindeteile Alpendörfel und Semering.

Wie das ganze Braunauer Land hatte Dittersbach als Durchgangsort während des 30jährigen Krieges sehr zu leiden. Die Erinnerung an die Schrecken und das Leid lebten bei der Bevölkerung bis in unsere Zeit in Geschichten und Sagen von fremden Kriegern, hochlodernden Feuern, Kriegsliedern und Trommeln, die man angeblich zu mitternächtlicher Stunde immer dann hören könne, wenn ein neuer Krieg droht. Noch in unseren Tagen deuteten viele Schanzen auf Dittersbacher Flur auf Kampfhandlungen hin, die der Bevölkerung durch Freund und Feind viel Not, Elend und Krankheit brachten.

Lage

Das Dorf erstreckt sich vom Sterngebirge bis zum Steinefluss. Es liegt 6 km von Braunau entfernt, ist 3,7 km lang und hat ein Flächenmaß von 925 ha. Im Norden bildet der Steinefluss die Grenze, im Osten Heinzendorf und Hauptmannsdorf, im Süden Weckersdorf und Hutberg, im SW Bodisch und Birkigt, im Westen Deutsch-Wernersdorf und im NW Halbstadt.

Der Boden ist im allgemeinen nicht so gut wie im Niederbezirk; vorherrschend ist Lehmboden, im Oberdorf mit Sand vermischt. Die Fruchtbarkeit ist mäßig gut. Der Dorfbach "Dittersbach" genannt, entspringt auf dem Berghang gegen Hutberg und mündet am Dorfanfang in die Steine.

Die Dittersbacher Dorfstraße als Fortsetzung der Dorfstraße von Ruppersdorf, nimmt zunächst die Straße von Heinzendorf auf. An der nächsten Kreuzung führt die Straße von Halbstadt über Dittersbach, Hauptmannsdorf nach Braunau. Ehe die Dorfstraße in Richtung Bodisch nach Trautenau den Ort verlässt, gibt es noch eine Abzweigung in Richtung der Bezirksstraße von Braunau nach Politz.

Wirtschaft - Bevölkerung

Bedeutende Gewerbebetriebe waren die Firma Anton Drechsel, Mangel, Bleiche, Appretur und Färberei. Ferner die Färberei und Bleiche der Firma Anselm Heinzel, die je einen großen Fabrikteich haften.

Das Wasser von zwei nicht weit von einander liegenden Quellen, jeweils "Rumpelbärnla" genannt, galt als heilkräftig. Einst waren dort Heiligenbilder aufgestellt Das Wasser von Volka-Schusters Bärnla wurde zur Sodawassererzeugung verwendet. Die Quelle gibt es nicht mehr. Das zweite Bärnla kann man heute noch besuchen.

Im Jahr 1602 gab es in Dittersbach 32 Bauernhöfe, nach dem 30-jährigen Krieg waren es nur noch 20. Im Urbar von 1676 werden wieder 30 Bauern und erstmals auch 20 Häusler aufgeführt, die im Hauptberuf meistens Handwerker waren. Bis zu unserer Vertreibung blieb die Zahl der Bauernhöfe nahezu unverändert.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 1163 13 5 1181
1900 1313 3 24 1340
1913 1488   15 1503
1920 1244 50 6 1300
1930 1156 73 13 1242
1939       1001
1961       585

Als Folge des Terrors und der Vertreibung 1945/46 hat Dittersbach 10 Todesopfer zu beklagen.

Die ausführliche Geschichte ist im Dorfbuch der Gemeinde Dittersbach auf 128 Seiten dokumentiert.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.











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