Halbstadt / Neusorge - Mezimestí / Starostín


Geschichte

Halbstadt war niemals ein Bauerndorf; nach der Steuerrolle 1654 wies es 9 Häusler auf.
Zu den denkmalwürdigen Bauten des Braunauer Ländchens ist das Halbstädter Schloss, ein einstöckiger Barockbau, in der Nähe des Bahnhofes zu zählen. Ein sehr repräsentatives Gebäude ist auch der Bahnhof.
Durch die Bodenreform erhielt die Gemeinde ehemalige Klostergrundstücke für den Wohnungsbau. So entstanden der Ortsteil Neu-Semmering und die Baracken für die Rüstungsarbeiter der Firma Junghans, die in der Schrollfabrik untergebracht war. Die Baracken wurden 1945 als Aussiedlungslager verwendet.
Die Gemeinde war nach Deutsch Wernersdorf eingepfarrt. Neusorge gehörte zur Pfarrgemeinde Wiesen.
Der Schulhausbau stammt aus dem 1872. In Halbstadt gab es noch eine allgemeine gewerbliche Fortbildungsschule. Seit 1925/26 gab es eine tschechische staatliche Volksschule, die 1935 erweitert wurde. Neusorge wurde 1650 durch Abt Johann III. von Chotow gegründet; eine Binnensiedlung, die mit Arbeitern aus dem Herrschaftsgebiet besiedelt wurde. Dieser Ortsteil wurde 1873 nach Halbstadt eingemeindet.

Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hat Halbstadt 10 Todesopfer zu beklagen.

Lage

In einer Weitung des Steinetales, 8 km in nordwestlicher Richtung von Braunau entfernt, liegt die Gemeinde Halbstadt mit einem stattlichen Bahnhof als Mittelpunkt.
Halbstadt ist etwa 3,5 km lang und an der breitesten Stelle 1 km breit. Das Flächenausmaß einschließlich Neusorge beträgt 429 ha. Der Ort liegt 436 m üb. d. M. Die Nachbargemeinden sind: Im Norden Wiesen und Ruppersdorf, im Osten Heinzendorf, im Südosten Dittersbach, im Süden Deutsch-Wernersdorf und im Westen Göhlenau (heute Polen). Das Gemeindegebiet durchquert von Westen nach Osten der Steinefluss. Der Boden ist vorherrschend lehmig und normal fruchtbar. Früher wurden rote Sandsteine für Bauzwecke gewonnen und Kalk gebrannt.
Verkehrsmäßig liegt Halbstadt sehr günstig. Es besitzt einen Grenz- und Durchgangsbahnhof. Elektrisch betriebene Züge fuhren nach Nieder-Salzbrunn in Schlesien. Im Inland liegt Halbstadt an der Eisenbahnlinie Chotzen - Halbstadt - Mittelsteine.
Durch den Ort führt die Bezirksstraße von Braunau über Dittersbach nach Friedland. Bei den Schrollschen Arbeiterhäusern zweigt die Straße nach Deutsch-Wernersdorf ab. Auch nach Wiesen und Ruppersdorf führten gute Landstraßen.
Neusorge liegt Stunde von Halbstadt entfernt an der Zollstraße nach Friedland in Schlesien (heute Polen). Als beliebtes Ausflugslokal ist der Gasthof "Semmering" zu nennen.

Wirtschaft - Bevölkerung

Industrielle Betriebe waren die Baumwollspinnerei Benedict Schrolls Sohn, die Mechanische Weberei, Appretur- und Bleichanstalt Josef Walzel und Söhne, später noch die Messap (Messapparate-Baugesellschaft). Da Halbstadt eine Industriegemeinde war und viele Bewohner bei der Eisenbahn, beim Zoll und bei der Finanzwache beschäftigt waren, gab es hier keine durchwegs bodenständige Bevölkerung. Die bei der Eisenbahn Beschäftigten wohnten in den "Bahnhäusern", waren fast ausschließlich tschechischer Volkszugehörigkeit und bildeten mit den bei den staatlichen Ämtern, bei Zoll, Finanz und Gendarmerie Beschäftigten sowie mit den tschechischen Lehrern den verhältnismäßig hohen Prozentsatz tschechischer Dorfbewohner.
Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war Neusorge ein ausgesprochenes Weberdorf. In jedem Hause klapperten Webstühle, die aber infolge der Entwicklung der Industrie und des Baues der Eisenbahn zum Stillstand kamen.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen für Halbstadt:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 392 107 138 637
1900 767 2 116 885
1913 777 28 110 915
1920 773 91 72 936
1930 888 368 51 1307
1939 1276     1276
1961 1265     1265
Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen für Neusorge:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 251 2 6 259
1900 302   3 305
1913 341 1 4 346
1920 330 19 16 365
1930 297 6 7 310

Danach ist Neusorge in Halbstadt enthalten.

Braunauer Auswanderer gründeten 1809 in Erinnerung an die Heimat, nördlich vom Schwarzen Meer die Ortschaften Halbstadt und Wernersdorf.

Mehr über Halbstadt und Neusorge können Sie in dem Dorfbuch "Halbstadt" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.












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