Hermsdorf - Straßenau / Hermánkovice - Benešov


Geschichte

Hermsdorf ist Teil des Siedlungswerkes der Benediktiner des Klosters Brevnov-Braunau, die anfangs des 13. Jahrhunderts westlich des Sterngebirges mit der Rodung des Urwaldes begannen und bald auch die andere Seite des Gebirges, die Braunauer Mulde, einbezogen. Die Gründungsurkunde für Hermsdorf ist nicht mehr vorhanden. Man wird aber 1255 als Gründungsjahr annehmen können. Der erste urkundliche Beleg für Hermsdorf stammt aus dem 1353 und handelt von der Besetzung der Pfarrei Bereits 1354 war in Hermsdorf eine Kirche. Der Ort war aber bis 1784 nach Schönau eingepfarrt. Selbständige Pfarrei ist Hermsdorf seit 1862. Die Pfarrkirche "Zu Allerheiligen" ist unter Abt Otmar Zinke von Kilian Ignaz Dientzenhofer 1724 erbaut worden.
Die Schule des Dorfes wird bereits 1581 genannt. Eine neue Schule wurde 1885 erbaut.
Der Gemeindeteil Straßenau wurde Anfang des 18. Jahrhunderts auf Hermsdorfer Bauerngründen erbaut. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts findet sich auch der Name "Konkurrent". Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hat Hermsdorf 19 Todesopfer zu beklagen.

Lage

Von der Bezirksstraße Braunau - Heinzendorf aus über eine unweit der Eisenbahnstation Hermsdorf-Ölberg abzweigende Dorfstraße ist Hermsdorf zu erreichen. Der Ort zieht sich in einer Länge von etwa 5 km im Tale und an den Hängen oberhalb des Dorfbaches entlang und erstreckt sich bis an den Fuß des Heidelgebirges.
Dem Flächenausmaß nach war Hermsdorf mit dem Ort Straßenau mit einer Fläche von 2.170 ha das größte Dorf des Braunauer Ländchens. Hermsdorf hat einen recht guten Verwitterungsboden, teilweise herrscht Rotliegendes vor; um den Geiersberg kalkhaltiger lehmdurchsetzter, im Niederdorfe aber schwerer lehmiger Tonboden.
Die Fluren der Gemeinde haben eine durchschnittliche Seehöhe von etwa 520 m. Die Schule liegt 457 m hoch.
Bis 1918 befand sich im Orte eine eigene Poststelle. Nach diesem Zeitpunkt war das zuständige Postamt in Braunau-Ölberg. Das ist auch die nächste Eisenbahnstation, die bis 1918 den Namen Hermsdorf-Ölberg trug. Zur Gemeinde Hermsdorf gehörte noch der Gemeindeteil Straßenau. Abseits vom Dorfe, beiderseits der alten von Braunau über Johannesberg nach Schweidnitz - Breslau führenden Handelsstraße, liegt Straßenau. Am östlichen Waldrande lag das Landheim des "Quickborn", in seiner unmittelbaren Nähe war das Übungsgelände der Segelflugsportler.

Wirtschaft - Bevölkerung

Die Einwohner fanden ihren Erwerb zu 26 % in der Land- und Forstwirtschaft, zu 46 % in Industrie und Gewerbe, zu 8 % in Handel, Verkehr und Dienstleistungen und zu etwa 20 % in selbständiger Beschäftigung.
Bis um das 1913 wurde am Geiersberg Kalk gefördert, und die Lehmvorkommen des Niederdorfes lieferten das Material für eine umfangreiche Ziegelfabrikation. Schottermaterial gaben einige alte Porphyr- und Melaphyrbrüche.
Ein bedeutsames gewerbliches Unternehmen war die ehemals Schrollsche Dampfziegelei, zwischen Hermsdorf und Ölberg gelegen. Sie deckte einen erheblichen Teil des Ziegelbedarfes im Gerichtsbezirk Braunau ab. Bis in die dreißiger Jahre wurden im Orte Dachschindeln und Dachschauben erzeugt.
Hermsdorf ist der Geburtsort des Dr. med. Cölestin Franz Opitz (1810-1866), Provinzials der Barmherzigen Brüder in Wien, der die erste Operation unter Narkose in Österreich durchführte. Der Schriftleiter der Heimatzeitung "Braunauer Deutscher Bote" und Verfasser mundartlicher Gedichte Hubert H. Birke (1892-1950) ist in Hermsdorf geboren.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 1687 7   1694
1900 1725   9 1734
1913 1803   19 1822
1920 1556 27 29 1612
1930 1467 39 35 1541
1939       1509
1961       742

Mehr über Hermsdorf können Sie in dem Dorfbuch "Hermsdorf und Johannesberg" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.













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