Johnsdorf - Janovice


Geschichte

Die Ortschaft dürfte im 13. Jahrhundert gegründet worden sein. Sie war früher ein Dorf der Herrschaft Ober Wekelsdorf. Bereits 1402 erschien in einer Urkunde "de Janowicz" und 1713 bereits der Name Johnsdorf. Der heutige tschechische Name lautet: Janovice.
Die ersten Gründungen dürften die höher gelegenen Höfe "Waldhof" im Weiler Saborsch und "Kalbenhof" im Ortsteil Neuhöfel gewesen sein, während das im damals sumpfigen Tal gelegene Johnsdorf später entstand.
Der Ort war nach Ober Wernersdorf eingepfarrt. Die aus dem Jahre 1725 stammende Kapelle war dem hl. Antonius von Padua geweiht. Um das Jahr 1930 erfolgte mit Hilfe von Spenden eine Vergrößerung des Kirchenraumes. Auf der Ostseite des Ortes lag der Friedhof.
Das ursprüngliche Schulhaus stammte aus dem Jahre 1819. Eine Erweiterung erfolgte im Jahr 1872. Auch Kinder aus der Gemeinde Hottendorf besuchten dieses Schule, bis diese Gemeinde im Jahre 1868 ihr eigenes Schulhaus baute.
Die Gemeinde hatte seit 1926 elektrisches Licht und Kraftstrom. Eine gemeinsame Wasserleitung war seit 1928 nur im Ortsteil Neuhöfel vorhanden.

Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hatte Johnsdorf sechs Todesopfer zu beklagen.

Johnsdorf ist seit 1965 dem Bezirk Trautenau zugeordnete.

Johnsdorf ist heute ein Teil der Gemeinde Jibka und ist mit ihr in den Kreis Trautenau eingegliedert.

Lage

An Hottendorf unmittelbar anschließend, erstreckt sich in südlicher Richtung das teils ebene, teils bergig, romantisch gelegene Dorf Johnsdorf, das an das wenige Kilometer östlich gelegene Felsengebiet von Adersbach und Wekelsdorf grenzt.
Das Gebiet der Gemeinde war zu 60% im Besitze der Herrschaft Wekelsdorf; so waren auch die Johnsdorfer Felsen ein Teil der Wekelsdorfer Felsen.
Das Dorf ist 3 km lang und liegt 560 m ü.d.M. Es grenzt im 5 an Ober Wernersdorf, im Westen an Radowenz und Qualisch, im Norden an Hottendorf und im Osten an Wekelsdorf, Bischofstein und Dreiborn. Die Ostseite der Ortschaft ist die Steilseite mit zum Teil ansteigenden bewaldeten Hängen, hinter denen auf einer Hochebene Wiesen und Felder liegen. Weitere Wiesen und Felder befinden sich in den Seitentälern der Erlitz. Die Westseite ist sanft ansteigend. Im Tale erstrecken sich überwiegend Wiesen und bis in die Hälfte des Hanges Felder, während der Rest des Hanges und der anschließende Steilabhang bewaldet sind. Der Boden ist überwiegend sandig, stellenweise lehmig und steinig. Er ist von mittelmäßiger Fruchtbarkeit. Im Ort wurde auch Flachs angebaut.
Der Dorfbach, die Erlitz, kommt von Hottendorf, durchfließt Johnsdorf und bildet im Niederdorfe den etwa 4 a großen Mühlteich. Am Südende des Dorfes trieb die Erlitz eine Mühle und ein Sägewerk.
Der Ort liegt verkehrsgünstig. In der Mitte des Dorfes befindet sich der Bahnhof Johnsdorf-Hottendorf der Lokal-Eisenbahnstrecke Wekelsdorf-Trautenau. Außerdem führt durch die Gemeinde die Bezirksstraße Wekelsdorf-Starkstadt-Hronov.
Zu Johnsdorf gehörte der im Südosten gelegene Gemeindeteil Neuhöfel. An der Ostseite von Johnsdorf, jenseits der steilen Talseite, an der Felsenplatte, lag der Weiler "Johnsdorfer Saborsch". Der Name ist tschechischer Herkunft und bedeutet "Hinterm Kiefernwald".

Wirtschaft - Bevölkerung

Die Dorfbewohner waren Bauern und Häusler, Gewerbetreibende, Handwerker und Bergleute, Flachsbrecher, Weber und Holzfäller.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 872 6   878
1900 723     723
1913 588     588
1920 575 2   577
1930 566 5   571
1939       495
1961       267

Mehr über Johnsdorf können Sie in dem Dorfbuch "Ober Wernersdorf / Unter Wernersdorf / Bischofstein / Dreiborn / Jibka / Johnsdorf / Hottendorf" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.













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