Merkelsdorf - Zdonov


Geschichte

Das Dorf gehörte früher zur Herrschaft Adersbach. Das Jahr der Gründung ist nicht bekannt. Die älteste deutsche Namensform Merkilsdorf (1351) ist von einem Personennamen Merkel abgeleitet.
Merkelsdorf ist das größte und stattlichste Bauerndorf des Gerichtsbezirkes Wekelorf. Sein schmuckes Aussehen und die groß angelegten landwirtschaftlichen Gebäude geben Zeugnis davon, dass durch etwa 100 Jahre, von 1830 bis 1930, eine lebhafte gewerbliche Flachsverarbeitung dem Orte Blüte und Wohlstand gebracht hatte.
Merkelsdorf hat seit früher Zeit eine Kirche. Das Baujahr der jetzigen Pfarrkirche "Zur Hl. Dreifaltigkeit" ist nicht genau bekannt. Vermutlich fällt es in den Anfang des 16. Jahrhunderts. Vor und während des Dreißigjährigen Krieges war die Kirche protestantisch. Biis 1642 wurde sie mit Unterbrechungen von Schlesien aus pastorisiert. In diesem Jahre wird erstmals wieder ein katholischer Pfarrer, P. Bonaventura, der Schatzlar und Merkelsdorf zu betreuen hatte, erwähnt. Die Kirche ist ein beachtliches Bauwerk.
Westlich des Dorfes, etwa 1 km entfernt, ist der Heilige Berg, auf dem sich ehemals eine vielbesuchte Wallfahrtskirche befand, die gleichzeitig Gruftkirche der Herrschaftsbesitzer, der Grafen Kolowrat, war. Im Jahr 1667 war sie anstelle einer verfallenen Kapelle erbaut worden. Sie wurde 1786 gesperrt und die Inneneinrichtung öffentlich versteigert. Das Gebäude wurde teilweise abgetragen. Die Graf Kolowratsche Familiengruft barg 21 Särge, von denen man 20 in die Pfarrkirche überführte. Der Sarg mit den Gebeinen des Sekretärs Johann Georg Scheithauer soll irrtümlicherweise vergessen worden sein und sich noch unter den Trümmern der Ruine befinden.
Es ist nicht bekannt, wann die erste Schule errichtet wurde. Erwähnt wird lediglich, dass 1749 ein neues hölzernes Schulhaus erbaut wurde. 1785 wurde dieses Haus verkauft und auf der Gemeindeau eine neue Schule errichtet. Das spätere Schulhaus stammt aus dem Jahre 1876.

Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hat Merkelsdorf 32 Todesopfer zu beklagen.

Lage

Bei der Nieder Adersbacher Obermühle zweigt von der Wekelsdorf - Trautenauer Bezirksstraße eine Straße ab, die nach Merkelsdorf führt. Der Ort, 3,6 km lang, ist das typische Waldhufendorf; die Häuser und Gehöfte stehen beiderseits der gepflegten Dorfstraße und der Mettau, die in Raspenau in Schlesien entspringt und bei Josefstadt in die Elbe mündet.
Die Dorfflur, in einer ausgedehnten, flachen Talmulde gelegen, weist verschiedene Bodenarten auf. So herrscht in den Wekelsdorf angrenzenden Lagen, um die Tauschwiesen sowie auf den Gründen gegen den Langen Berg Sandboden vor, auf den gegen Adersbach liegenden Fluren ein lehmiger Sand und unterhalb des Langen Berges lehmiger Tonboden. Teile des Oberdorfes zeigen steinigen Untergrund mit geringer Ackerkrume. Mit Rücksicht auf die Seehöhe von durchschnittlich 520 m kann nur von mäßiger Fruchtbarkeit gesprochen werden. Das Ausmaß der Gemeinde 1364 ha.
Früher gab es in Merkelsdorf ein auch aus der weiteren Umgebung vielbesuchtes Weinhaus.

Wirtschaft - Bevölkerung

Nach der Zählung von 1939 fanden die Einwohner ihren Erwerb zu 35% in der Land- und Forstwirtschaft, zu 40% in Industrie und Gewerbe, zu 13% in Handel und Verkehr und zu 12% als selbständige Erwerbstätige.
Noch um das Jahr 1900 gab es in Merkelsdorf 40 Flachsbrechhäuser, in denen fast 500 Menschen beschäftigt waren. Die Wirtschaftskrise in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts, die zum Teil Folge des Zerfalles der Donaumonarchie und die naturnotwendige Folge der Umstellung auf rationelle Industriebrecherei waren, die aber auch politische Hintergründe aufwies, brachte das blühende Gewerbe der Flachsbrecherei und des Flachshandels fast vollkommen zum Erliegen.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 1.364 5 5 1.374
1900 1.353 1 10 1.364
1913 1.370   8 1.378
1920 1.215 21 5 1.241
1930 1.050 19 11 1.080
1939       966
1961       300

Mehr über Merkelsdorf können Sie in dem Dorfbuch "Merkelsdorf und Liebenau" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.










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