Ottendorf - Otovice


Geschichte

Auch hier handelt es sich um eine Gründung der Stifts-Herrschaft Braunau für die keine Gründungsurkunde vorhanden ist. Das Gründungsjahr steht also nicht genau fest. Am gleichen Tag wie dem Perthold für Barzdorf übergab Abt Matinus I. am 15.03.1256 eine große Fläche einem anderen Lokator, der Otto hieß und der Siedlung den Namen Ottendorf gab. Urkundlich belegt ist dieser Name bereits 1300 im Zusammenhang mit der Rebellion Braunauer Vögte. Auch im Urbar 1406 wird die Siedlung Ottendorf genannt.
Ottendorf gehörte kirchlich zur Pfarrei Märzdorf, besaß aber eine Filialkirche, die der hl. Barbara geweiht war. Die Sauermühlbrücke war bis 1912 eine eingedeckte Holzbrücke, in deren Mitte eine Statue des hl. Johann von Nepomuk stand. Die Brücke wurde 1912 umgebaut.

Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hat Ottendorf vier Todesopfer zu beklagen.

Lage

Fünf Kilometer südöstlich von der Stadt Braunau entfernt, erstreckt sich Ottendorf in einer Länge von 4 km an beiden Ufern der Steine. Es liegt mit 360 m Seehöhe von allen Braunauer Gemeinden am tiefsten. Nach dem Urbar vom Jahre 1406 betrug das Areal 14 Huben. Im Jahre 1938 wurde ein Gesamtausmaß von 1.066 ha ausgewiesen.
Ottendorf, mit dem Ortsteil "Lederhose", gehörte zu den großen Gemeinden des Braunauer Ländchens. In alten Zeiten war Ottendorf sogar der drittgrößte Ort. Größer waren nur Schönau und Barzdorf.
Die Verkehrslage von Ottendorf war sehr günstig. Eine Bahnstation mit Güterabfertigung und zwei Haltestellen waren über die Länge des Dorfes gut verteilt, wenngleich die untere bereits auf Tuntschendorfer Gebiet lag.
Ottendorf, ein Grenzdorf, hatte Tuntschendorf in der Grafschaft Glatz mit seinen Ortsteilen "Scheidewinkel" und "Endehäuser" als östlichen Nachbar. Im Süden gegen die Heuscheuer grenzte es an Barzdorf und gegen das Steingebirge an Märzdorf, im Westen an Großdorf, im Nordwesten an Rosental und im Norden an Schönau.
Die Bodenverhältnisse zeigten beträchtliche Unterschiede. Im allgemeinen kann man von einem guten Mittelboden sprechen, der nach den üblichen Wertzahlen mit reichlich 60 Gütepunkten berechnet werden könnte.

Wirtschaft - Bevölkerung

Ottendorf war ein typisches Bauerndorf mit den notwendigen Handwerksbetrieben.
Früher wurde n Ottendorf Kalk gewonnen. Der Kalk war gut und diente Bau- und Düngezwecken. Außerdem gab es noch Ziegeleien.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 1.148   7 1.155
1900 1.028 2 11 1.041
1913 1.064 10 14 1.088
1920 979 11 23 1.013
1930 903 29 24 956
1939       874
1961       557

Zu den bedeutenden Persönlichkeiten gehören Dr. Dominik Prokop, letzter Abt der Benediktinerabtei Braunau und erster Abt des Benediktinerklosters Rohr in Niederbayern, der 1890 in Ottendorf geboren wurde und 1970 in Rohr verstarb.
In Ottendorfer ist auch der Heimatdichter Hugo Scholz geboren (am 27. Juli 1896) und gestorben am 15. September 1987 in Marktoberdorf.

Mehr über Ottendorf können Sie in dem Dorfbuch "Ottendorf" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.











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