Unter Wernersdorf - Dolní Vernerovice


Geschichte

Das Dorf wird bereits 1355 als Bernherivilla erwähnt. Bis 1625 bildete es zusammen mit Ober Wernersdorf eine Gemeinde. Die Teilung erfolgte auf Grund einer Erbteilung: Unter Wernersdorf kam zur Herrschaft Starkstadt, Ober Wernersdorf zur Herrschaft Katzenstein. In Teilen des Braunauer Bezirkes war auch die Bezeichnung "Böhmisch" Wernersdorf üblich, doch waren Orts- und Fluranlage deutsch, wie auch die Bewohner von Ober- und Unter Wernersdorf von Anfang an deutsch. Das Dorf hängt mit Wapenka und Ober Wernersdorf unmittelbar zusammen und bildet mit letzterem eine gewachsene Einheit.
Bis 1891 saßen die Spitzer ununterbrochen auf der Schölzerei, die um die Jahrhundertwende die allgemein bekannten stattlichen Gebäude und den schönen Park bekam.
Viele Einrichtungen und Veranstaltungen hatten Ober- und Unter Wernersdorf gemeinsam.
Die Anregung für die Errichtung eines Kaiser-Josef-Denkmales in der Nähe der Kirche im Jahre 1914, das 1924 durch tschechischen Druck abgetragen werden musste, ging von Josef Riedel aus Unter-Wernersdorf aus. Eingepfarrt war das Dorf nach Ober Wernersdorf; dort bestand auch die gemeinsame Schule der beiden Orte.
Als Folge der Vertreibung und des Terrors 1945 hatte Unter Wernersdorf 2 Todesopfer zu beklagen.
Unter Wernersdorf ist heute ein Teil der Gemeinde Jibka und ist mit ihr in den Kreis Trautenau eingegliedert.

Lage

Im Tal der Erlitz, beiderseits der Bezirksstraße Starkstadt - Johnsdorf, liegt das Dorf Unter Wernersdorf. Die wasser- und fischreiche Erlitz mit ihrem seichten Flussbett neigt, wegen des großen Einzugsgebietes, zu gefürchteten Überschwemmungen. Die Erlitz fließt bei Hronov in die Mettau.
Die Fluren des Dorfes liegen etwa 440 m hoch und weisen auf der Ostseite einen mittleren Lehm, auf der Südseite, der sogenannten Sonnenseite, mehr Sand auf. Die Fruchtbarkeit ist mittelmäßig. Das Ausmaß der Gemeinde betrug 545 ha.

Wirtschaft - Bevölkerung

Die Fluren des Ortes bergen Bodenschätze, um deren Förderung man sich im letzten Jahrhundert mit wechselndem Erfolg bemühte. Ein aufgelassener Kohlenschacht und die Spuren der umfangreichen Baulichkeiten des Kupferbergwerks erinnern daran. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Kupfervorkommen entdeckt. Zunächst schien der Abbau auch rentabel zu sein, weshalb u. a. auch eine Schmelze erbaut wurde. Nach mehrjährigem Stillstand wurde der Betrieb nochmals im Jahre 1890 und neuerdings 1918/20 aufgenommen. Mit großem Aufwand erbaute die tschechische Gewerbebank als Eigentümerin erhebliche Baulichkeiten mit Werkstätten, einer Kupferwäsche, Laboratorien und Kanzleien; der Betrieb beschäftigte zu dieser Zeit etwa 140 Menschen, blieb aber unrentabel und kam wieder zum Stillstand.
Auf den landschaftlich ungemein reizend gelegenen Hinterwiesen standen bis um das Jahr 1880 die Glashüttenwerke der "Sophienhütte"; die Hohlglas und Tafelgals herstellte. Obwohl diese Unternehmen den Orten Unter- und Ober Wernersdorf zu einer wirtschaftlichen Blüte verhalfen, kamen sie zum Stillstand, da die ungünstige Verkehrslage des Betriebes zu hohe Frachtkosten verursachte.
Die Bergarbeiter arbeiteten in den Gruben Radowenz und Jibka, die Industriearbeiter vornehmlich bei der Firma Siegel, Leinenweberei in Ober Wernersdorf. Bis um die Jahrhundertwende spielte im Orte die Handweberei eine Rolle.
In der Gemeinde befand sich auch eine Brettsäge und eine neuzeitlich eingerichtete Mahlmühle.

Einwohnerzahlen nach den Ergebnissen der amtlichen Volkszählungen:

Jahr Deutsche Tschechen Andere Gesamt
1885 489 10 7 506
1900 451   2 453
1913 351   11 362
1920 313 12 8 333
1930 360 18 4 328
1939       295
1961       166

Mehr über Dreiborn können Sie in dem Dorfbuch "Ober Wernersdorf / Unter Wernersdorf / Bischofstein / Dreiborn / Jibka / Johnsdorf / Hottendorf" nachlesen.
Es ist beim Heimatkreis Braunau erhältlich.


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